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Der Leistungstest am Rechner: Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktion

Fahrzeug aus der Nähe fotografiert

Ein Teil der Untersuchung findet am Rechner statt. Geprüft werden dort grundlegende Fähigkeiten, die für das Führen eines Fahrzeugs gebraucht werden: Reaktionsschnelligkeit, Aufmerksamkeit über eine gewisse Dauer, Konzentration unter Ablenkung, Belastbarkeit und die Verarbeitung mehrerer Reize zugleich. Der Test hat mit dem Anlass Ihrer MPU zunächst nichts zu tun. Er beantwortet eine eigene Frage, nämlich ob die Voraussetzungen dafür vorhanden sind, ein Fahrzeug sicher zu führen.

Was dort verlangt wird

Die Aufgaben sind einfach zu verstehen und werden erklärt, bevor es losgeht. Typischerweise erscheinen Reize auf einem Bildschirm, auf die Sie mit Tasten oder Pedalen reagieren. Es kommen Töne hinzu, es kommen mehrere Aufgaben gleichzeitig, und die Anforderungen wechseln. Vor jedem Abschnitt gibt es eine Übungsphase, damit Sie sich mit der Bedienung vertraut machen können. Nutzen Sie diese Phase und fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist.

Was der Test nicht prüft: Ihr Fahrkönnen, Ihre Ortskenntnis oder Ihr Wissen über Verkehrsregeln. Er ist auch kein Geschicklichkeitsspiel, in dem eine besonders hohe Punktzahl erstrebenswert wäre. Es geht um das Erreichen eines Anforderungsniveaus, nicht um einen Wettbewerb.

Welche Verfahren im Einzelnen eingesetzt werden und welches Anforderungsniveau gilt, richtet sich nach fachlichen Vorgaben und nach der Fragestellung. Die Stelle erläutert Ihnen das vor Ort. Von außen kursierende Beschreibungen einzelner Aufgaben helfen wenig, weil die eingesetzten Verfahren wechseln und weil das Kennen einer Aufgabe nichts über die geprüfte Fähigkeit aussagt.

Warum Training wenig bringt

Viele Betroffene fragen, ob sie den Test üben können. Die ehrliche Antwort lautet: kaum sinnvoll. Was geprüft wird, sind grundlegende Funktionen, die sich nicht über Nacht steigern lassen. Wer die konkreten Aufgaben vorher auswendig lernt, misst am Ende, wie gut er diese Aufgaben kennt, und nicht, wie aufmerksam er ist. Für die Frage der Fahreignung ist das wertlos.

Was tatsächlich wirkt, ist unspektakulär und hat mit dem Test wenig zu tun.

  • ausreichend Schlaf in den Nächten davor, nicht nur in der letzten
  • kein Alkohol am Vorabend, auch nicht in kleiner Menge
  • eine Sehhilfe mitbringen und tragen, wenn Sie sie sonst tragen
  • eine Erkrankung oder ein Medikament ansprechen, das die Aufmerksamkeit beeinflusst
  • rechtzeitig ankommen, damit der Test nicht mit Hetze beginnt

Diese Punkte klingen banal. Sie erklären dennoch einen erheblichen Teil der Schwankungen, die im Test überhaupt auftreten.

Wenn es nicht auf Anhieb reicht

Es kommt vor, dass ein Ergebnis unter dem liegt, was erwartet wird. Das ist kein Weltuntergang und auch kein Urteil über Ihre Person. Es gibt in solchen Fällen je nach Konstellation und Vorgaben die Möglichkeit, die Frage auf anderem Weg zu klären, etwa durch eine Fahrverhaltensbeobachtung. Was dabei in Betracht kommt, erläutert Ihnen die Begutachtungsstelle im konkreten Fall.

Wichtig ist die richtige Einordnung. Wer im Test unter Anspannung schlechter abschneidet, ist deshalb nicht ungeeignet. Umgekehrt gilt aber auch: Ein gutes Testergebnis beantwortet die eigentliche Frage nicht. Wer aufmerksam und schnell reagiert, aber alkoholisiert fährt, ist deshalb nicht sicher unterwegs. Der Test ist ein Baustein, nicht das Gutachten.

Manche Betroffene setzen dennoch große Hoffnungen in diesen Teil, weil er der einzige ist, der objektiv und messbar wirkt. Diese Hoffnung geht ins Leere. Der Test schließt eine Lücke aus, mehr nicht. Die Frage, warum jemand auffällig geworden ist und was sich geändert hat, kann kein Rechner beantworten.

Der Umgang mit der Anspannung

Am Rechner zu sitzen und bewertet zu werden, macht nervös. Das ist normal und den Testleitern bekannt. Hilfreich ist, sich klarzumachen, dass die Aufgaben nicht darauf angelegt sind, Sie scheitern zu lassen. Es ist außerdem üblich, dass es gegen Ende schwerer wird und dass man nicht alles schafft. Das gehört zum Aufbau. Wer sich über einen verpassten Reiz ärgert, verpasst den nächsten. Die bessere Haltung ist, den letzten Fehler liegen zu lassen und weiterzuarbeiten.

Fazit

Der Leistungstest prüft nüchtern, ob die Grundlagen für sicheres Fahren vorhanden sind. Vorbereiten lässt er sich kaum, beeinflussen aber schon: durch Schlaf, Nüchternheit, Sehhilfe und einen ruhigen Anfahrtsweg. Alles Weitere ist Tagesarbeit, und ein einzelner verpasster Reiz entscheidet nichts.

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